BronZeitgeist

Mythos Bronzezeit

Die Bronzezeit ist nach der Steinzeit und der nur sporadisch in wenigen Regionen auftretenden Kupferzeit die erste „richtige“ Metallzeit in der Menschheitsgeschichte. Erstmals werden zwei Metalle - Kupfer und Zinn - zu Bronze legiert. Diese Legierung wird geschmolzen, gegossen, geschmiedet – also vielfältig ver- und bearbeitet. Nach dem Glanz der frisch verarbeiteten Bronze trägt diese urgeschichtliche Epoche auch die Bezeichnung „goldenes Zeitalter“.

 

Die ersten Hochkulturen des Vorderen Orients, Kleinasiens und Ägyptens sind bronzezeitlich, die antiken Hochkulturen Griechenlands und Italiens wurzeln in der Bronzezeit. Den legendären Kampf um Troja führen Ajax und Achill mit bronzenen Schwertern. Die Bronzezeit beginnt in den Kulturen Mesopotamiens und Ägyptens südlich des Mittelmeeres und auf Kreta vor 4500 Jahren, d. h. ca. 2500 v. Chr. Nur wenige Jahrhunderte später (2300/2200 v. Chr.) finden wir die ersten bronzezeitlichen Kulturen auch in Mitteleuropa und damit bei uns in der Niederlausitz.

 

Von dem Archäologen Bernhard Hänsel wird die Bronzezeit als erste gesamteuropäische Epoche bezeichnet. Gab es bereits in der Jungsteinzeit weitreichende (Handels-)Verbindungen, zeigen sich jetzt Beziehungen weit über den Warenaustausch hinaus. Grundlage ist aber der Handel mit dem Rohstoff Bronze, da Kupfer und vor allem das unentbehrliche  Zinn nur an wenigen Stellen in Europa und angrenzenden Gebieten vorkommen. Es entsteht ein weiträumiges Handels- und Kommunikationsnetz, welches ganz Europa bis an die Peripherien und darüber hinaus Kleinasien und die südlichen Mittelmeeranrainer umfasst.

 

Auch hinsichtlich religiöser Vorstellungen gibt es einen erstaunlichen Transfer von Kulten und daraus resultierenden Darstellungen, die archäologisch nachweisbar sind. Auch im Raum der Lausitzer Kultur werden Vogelkulte, die Rad-/Sonnensymbolik, vielfältige  Formen von Opferkulten wie Trankopfer oder die Niederlegung von Horten u. v. m. fassbar. Wir müssen davon ausgehen, dass in dieser Zeit eine gesellschaftliche Elite (Priester/Schamanen o. ä.) existiert, welche über weite Strecken miteinander kommunizieren kann. Das bedingt zum Beispiel auch eine gemeinsame Verständigungsgrundlage, welche wir allerdings nicht kennen bzw. nur in winzigen Ausschnitten entziffern können (z. B. Zählsysteme wie das Sichelgeld).

 

Bezieht man sich auf das deutschsprachige Gebiet geht es um den Zeitraum von ca. 2300 – ca. 800 v. Chr., in welchem sich bronzezeitliche Kulturen entwickelt und angedauert haben.

 

Als Lausitzer Kultur bezeichnet die Archäologie eine bronzezeitliche Kulturgruppe im östlichen Mitteleuropa. Sie wurde nach den frühesten Funden in der Niederlausitz (Lausitz) benannt – deshalb: Lausitzer Kultur.

 

Die Lausitzer Kultur – die sich etwa von der Saale, Spree bis zu Donau, Weichsel und von der Ostsee bis zum Slowakischen Erzgebirge erstreckte – umfasst einen Zeitraum von einem runden Jahrtausend (ca. 1400 bis ca. 500 v. Chr). Sowohl Beginn als auch Ende variieren in einzelnen Regionen.

 

Interessant an der Lausitzer Kultur ist der innerhalb der Kultur liegende Übergang von der Bronze- zu der darauf folgenden Metallzeit, zur Eisenzeit. Häufig gehen solche Entwicklungen mit einem Wechsel der Bevölkerung bzw. Kulturgruppen einher, das ist bei der Lausitzer Kultur nicht der Fall. Hier können wir einen spannenden Technologie- und Wissenstransfer erkennen.